Kunst & Geschichte - FORMEN UND MATERIALIEN

Geologischen Ereignisse haben unsere Landschaften geformt und unsere Bauwerken geprägt: Kalkstein und Basalt sind hier allgegenwärtig.

QUADERSTEIN UND VERPUTZTER BRUCHSTEIN

Kalkstein aus im Miozän entstandenen Meeressedimenten wird in zahlreichen Steinbrüchen abgebaut. Aus diesem leicht behaubaren Stein wurden unzählige, sorgfältig gearbeitete und teilweise mit in den Stein gehauenen Verzierungen versehene Gebäude errichtet.
Die Expansion des Weinbaus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat den Bau sehr zahlreicher Weingüter und Winzerhäuser notwendig gemacht; gebaut wurde daher bevorzugt mit Bruchstein, Quadersteine wurden den Fensterbuchten und den in Stein gemeißelten Verzierungen vorbehalten.

DIE KALKÖFEN

Die Verfügbarkeit des hohen Temperaturen widerstehenden Basalts und des im Überfluss vorhandenen Kalksteins hat zur Errichtung vieler Kalköfen entlang des Basaltstroms geführt; die Kalkbrenner stellten dort den landwirtschaftlichen Kalk zur Verbesserung der Bodenbeschaffenheit sowie den Kalk für die Baustellen her.
Kalk war außerdem einer der Grundstoffe für Stuck- und Gipsarbeiten. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts werden nach der Markteinführung des Zements die künstlichen Bindemittel Kalk langsam aber sicher ablösen, wobei in unserer Region einige Kalköfen dennoch bis Mitte des 20. Jahrhunderts den Betrieb weitergeführt haben.
Der Name des Dörfchens Caux entstammt in direkter Linie dem französischen Ausdruck für Kalk.

BASALT ALS BAUSTOFF

Der schwer behaubare Basalt wurde in Form von Bruchstein verbaut. Basalt wurde auch zum Bau kleiner Mäuerchen und der "Capitelles" genannten Steinhäuser verwendet. Dieser Basalt wurde in der Regel auf Parzellen eingesammelt, auf welchen Ackerbau betrieben wurde.


In den Dörfern und Städten werden die sogenannten Caladen für das Pflastern der Straßen, Höfe oder Stallungen verwendet. Der Basalt wird zur Herstellung mehrfarbiger Verzierungen stellenweise in Verbindung mit Kieselsteinen eingesetzt.

HOLZ, EISEN UND GIPS

Da Holz ein seltener und daher teurer Werkstoff ist, wird es nur bedingt eingesetzt. Im 15. Jahrhundert waren die mit Zierleisten versehen Bodenträger bisweilen bemalt: Wappen, Fabeltiere und Szenen des täglichen Lebens standen hier Seite an Seite. Die bemalten Holzdecken aus dem 17. Jahrhundert sind nach wie vor in großer Zahl erhalten. Die Eingangstüren und ihre Einfassung aus Stein spiegelten zu dieser Zeit den sozialen Status der Hauseigentümer wider.

Mit Türklopfern und kunstvollen Schlössern versehen zeigen sie außerdem die Kunstfertigkeit der Tischler und Schlosser.
Im darauf folgenden Jahrhundert wird Letzterer zum Meister der Verzierung von Balkonen: Bögen und Gegenkrümmungen, Kreuzblumen, Fruchtknoten und Goldblattverzierungen zeugen in Pézenas für eine im Languedoc seltene Beherrschung ausgefeilter Techniken. Die weniger offensichtlichen Verzierungen aus Gips und gebranntem Gips verschönern die intimer gewordenen privaten Räume: Trophäen, Stuckdecken und verzierte Kaminabzüge werden immer zahlreicher.