Die Gegend des Val d'Hérault ist seit der Frühgeschichte besiedelt und hat sich ab der Eroberung durch Rom rasch strukturiert. Zahlreiche «Villae» entstehen. Die Entdeckung großer Kellereien auf diesen Ackerbaugebieten belegt den Anbau und die Herstellung von Wein.
Von Piscénae berichtet Plinius der Ältere, dass es ebenso wie Lutéva (Lodève) und Cessero (Saint Thibéry) den Status des «Oppidum Latinum» erhalten habe. Historiker haben diesen Ort als jene Gemeinde identifiziert, aus welcher Pézenas hervorgegangen ist. Auf die Frage der ursprünglichen Lage gibt es noch keine eindeutige Antwort.
Im 10. Jahrhundert entwickelte sich die Wirtschaft und in der Umgebung von Pézenas entstehen neue Dörfer. Charakteristisch für diese Dörfer ist ihre kollektive, runde oder ovale Mauer, innerhalb welcher sich auch die Kirche oder das Schloss befanden. In Texten aus dem Mittelalter werden diese neuen Formationen als "Castrum" bezeichnet.
Zahlreiche Getreidemühlen werden entlang des Flusses errichtet. Die landwirtschaftlichen Gebiete werden zudem erst von den Templern, dann von den Hospitalitern verändert. Sie legen den See von Pézenas trocken und bauen Bauernhöfe und Komtureien.
Zwei Städte heben sich von den Marktflecken im Gebiet Pézenas ab: Pézenas und Montagnac. Beide Städte steigen ab ihrer Einverleibung in die Krondomäne der Kapetinger rasch zu Handelsstädten auf. Eine jährliche Abfolge von 5 Jahrmärkten, welche mit den Märkten der Champagne (Foires de Champagne) vergleichbar sind, vereint die beiden Ortschaften. Bis Ende des 15. Jahrhunderts werden sie maßgeblich am Reichtum der Region beteiligt sein.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts lassen sich die Statthalter des Languedoc, welche alle dem Geschlecht der Montmorencey entstammen, in Pézenas nieder. Die bis dahin wandernde, als "Landstände des Languedoc" bezeichnete Regionalversammlung, deren Aufgabe die Abstimmung der an den König zu zahlende Steuer und die Verwaltung der Provinz ist, lässt sich für über 100 Jahre ebenfalls in Pézenas nieder. Die Stadt wird zur Provinzhauptstadt. Doch 1632 hätte alles vorbei sein können. Als das "Edikt der Abgeordneten" (Edit des Elus) die steuerlichen Privilegien der Provinz abgeschafft, übernimmt Heinrich II. von Montmorency die Führung einer fehlgeschlagenen Rebellion.
Der verletzte Statthalter wird in der Schlacht von Castelnaudary gefangen genommen und weniger Tage später enthauptet. Zwanzig Jahre später zieht sich Armand de Bourbon, Prinz von Conti, während der Fronde auf das von seiner Mutter Charlotte de Montmorency geerbte Anwesen Grange des Prés zurück. Nach dem Ableben von Gaston d’Orléans wird er zum Statthalter des Languedoc ernannt. Pézenas wird erneut zur politischen Hauptstadt. Zwischen 1650 und 1656 ist Molière Schützling des Prinzen.

Im 19. Jahrhundert werden die Weingärten den Anbau anderer Kulturpflanzen langsam ablösen. Der Wein, einst ein schmaler Nebenverdienst, wird zur Haupteinnahmequelle zahlreicher Familien. Denn seit dem Bau der Eisenbahnlinie Séte-Bordeaux wird der Wein in die ganze Welt exportiert. Berufsgruppen in Verbindung mit der Fassbinderei, Fabriken zur Herstellung von landwirtschaftlichen Geräten und Produkten für den Weinbau sehen ebenso wie die Weinhändler glorreiche Zeiten entgegen. Ehemalige Pachthöfe werden in den Rang eines Schlosses erhoben und auch sonst wird nichts ausgelassen, um den Weinen in den Adelsstand zu verhelfen. Die Randgebiete der Städte und Dörfer entwickeln sich. Ein neues architektonisches Elemente gesellt sich hinzu: Das Winzerhaus.
Die vom Ersten Weltkrieg abgelöste Krise im Weinbau zu Beginn des 20. Jahrhunderts bringt die Städteerweiterungen und den Bau von öffentlichen und privaten Gebäuden zum Stillstand.
Im Zuge der Umstrukturierung der Weinökonomie wird so gut wie jedes Dorf mit einem genossenschaftlichen Weinkeller, allesamt wahrhaftige Wein-Denkmäler, ausgestattet, und jener von Montagnac war in den 1960er Jahren hinsichtlich seines Fassungsvermögens der größte Europas.
Die Rückeroberung der einstigen Mittelpunkte nimmt 1965 in Pézenas mit der Schaffung des geschützten Sektors ihren Anfang und wird in den Dörfern mit der 1970 begonnenen Valorisierung von Kulturerbe und zum Gemeingut gehörenden Bereichen fortgesetzt. Ende des 20. Jahrhunderts erfährt die Würdigung dieses Kulturerbes ihre Fortsetzung: die öffentlichen und privaten Denkmäler werden restauriert.